Jessica Diggins überrascht alle in der Nordic Arena

Wer hätte das gedacht? Zum Abschluss der sechsten Etappe der Tour de Ski in Toblach ließ die US-Amerikanerin Jessica Diggins im Skating-Rennen die gesamte Konkurrenz hinter sich und feierte ihren ersten Sieg im Langlauf-Weltcup.

Die Zuschauer in der Nordic Arena trauten ihren Augen nicht: Anstatt der Tour-Führenden Ingvild Flugstad Østberg oder der Top-Favoritin Therese Johaug strahlte mit Jessica Diggins eine krasse Außenseiterin vom Siegerpodium. Wobei das 24-jährige US-Girl keinesfalls ein „No Name“ im internationalen Langlaufzirkus ist. Im Jahr 2013 gewann sie im Teamsprint WM-Gold, in der Vorsaison holte sie Silber bei den Titelkämpfen in Östersund. Eine Podiumsplatzierung im Weltcup fehlte ihr bislang aber noch. „Ich kann es noch gar nicht glauben. Heute ist einfach alles aufgegangen. Jetzt muss ich diesen ersten Eindruck erst einmal sacken lassen“, so die überwältigte Tagessiegerin im Zielraum.

Den Grundstein zu ihrem Premierensieg bot Diggins mit einem fulminanten Auftritt in der fünf Kilometer langen Loipe im Hochpustertal. Von Beginn an verbuchte sie absolute Spitzenwerte, ehe sie auf dem letzten Teilstück nochmal das Tempo verschärfte und die Stoppuhr schließlich bei 13.15,5 Sekunden anhielt. An dieser Zeit bissen sich anschließende sämtliche Siegaspirantinnen die Zähne aus. Die Norwegerin Heide Wenig belegte mit einem Rückstand von 0,9 Sekunden den zweiten Platz, gefolgt von ihrer Landsfrau Østberg. Diese konnte ihre Führung auf Johaug in der Gesamtwertung der Tour de Ski leicht ausbauen. Der zuletzt etwas schwächelnde Langlaufstar aus Skandinavien musste sich mit Rang fünf zufrieden geben.

Azzurre verpassen Spitzenplatzierung

Auch den Starterinnen der Gastgebernation waren im Skating-Bewerb keine Erfolgserlebnisse vorbehalten. Als beste Italienerin schnitt Virginia De Martin Topranin ab. Sie belegte mit einem Rückstand von 35,7 Sekunden den 20. Rang. Die Gadertalerin Debora Agreiter verpasste als 35. hingegen die Top-30-Plätze.