Riesenspektakel zwischen Skating und klassischem Stil

Toblach ist der Gastgeber der nächsten Langlauf-Weltcup-Rennen, die am Samstag mit den 10 km der Damen (um 11 Uhr) und den 15 km der Herren (um 13.30 Uhr) im Skating ihren Anfang haben. Am Sonntag wird das Rennwochenende mit den Verfolgungsrennen im klassischen Stil über 10 km der Damen (11.30 Uhr) und den 15 km der Herren (13.30 Uhr) abgeschlossen. Alle Rennen werden live auf Rai Sport und Eurosport übertragen.
Alle Favoriten trainierten bereits am heutigen Vormittag in der verschneiten Nordic Arena. Allen voran die Norweger mit „Leithammel“ Martin Johnsrud Sundby, Niklas Dyrhaug, Johannes Høsflo Klæbo, Marit Bjørgen, Ingvild Flugstad Østberg und der amtierenden Weltmeisterin Heidi Weng. Zu beachten sind sicherlich auch der Franzose Maurice Manificat und die Russen Ustjugow und Bolschunow. Der Trainer der italienischen Nationalmannschaft Giuseppe Chenetti ist sich bewusst, dass sein Team einen Schritt vorwärts machen muss: „Morgen wird es schwierig, denn wir haben wenige Skating-Spezialisten. In Aktion könnten aber De Fabiani, wenn er einen guten Tag hat und Salvadori treten. Der Streckenverlauf ist mit Sicherheit sehr anspruchsvoll, mit drei sehr harten Anstiegen. Vielleicht ist das gut für uns. Wir hoffen mehr auf den Sonntag, werden morgen aber alles in die Waagschale werfen. Die Norweger scheinen zurzeit Schwierigkeiten zu haben, nichts desto trotz muss man sie auf der Rechnung haben. Neben Klæbo könnte auch Dyrhaug ein Wort um den Sieg mitreden. Auch Sundby darf man nicht außer Acht lassen. Auch unsere Damen werden sich zu verteidigen wissen. Comarellas Leistungen sind vielversprechend, nicht unterschätzen darf man aber auch Ganz und Debertolis. Vielleicht müsste man die Geschichte ein wenig zurückdrehen können, denn die Athleten wurden zu viel und zu lange umsorgt und gestreichelt. Der Sport auf höchstem Niveau ist ein Kampf, bei dem man sich seinen Platz verdienen muss. Man muss hungrig sein nach guten Ergebnissen und den unbändigen Willen nach Siegen haben, wie es uns Pellegrino vormacht. Gute Ergebnisse sind gut für die Moral und man kann beginnen an das zu glauben was man macht. Federico Pellegrino überlässt dabei nichts dem Zufall. Zurzeit arbeiten wir auch bereits im Hinblick auf die olympischen Spiele in Südkorea“.
Francesco De Fabiani ist ein Hoffnungsträger im Team der Azzurri, wenn es um solche Rennen geht: „Ich habe ein gutes Rennen in Lillehammer gezeigt. Die Wettkämpfe in Davos habe ich ausgelassen, um zu Hause alleine in Ruhe trainieren zu können. Ich fühle mich gut, wenngleich ich zurzeit im Skating besser in Form bin als im klassischen Stil. Aus diesem Grund muss ich morgen vor allem darauf schauen, dass ich im Skating-Rennen nicht zu viel Zeit verliere, um in der Verfolgung im klassischen Stil mit den Besten auf die Strecke gehen zu können. Das wird meine Taktik für dieses Weltcup-Wochenende sein. Der Streckenverlauf wurde verändert. Die neue Strecke erscheint viel anspruchsvoller zu sein. Sollte ich mit den Besten am Sonntag starten können, bin ich mir sicher, dass ich um die Spitzenplätze bis zum Schluss mitlaufen kann. Es sind die Sekunden Rückstand, die mich beunruhigen könnten, nicht die Startnummer am Sonntag. Achtgeben muss man auf Russen, auf Manificat und auf den Norweger Klæbo“. Neben De Fabiani ist der Südtiroler Dietmar Nöckler die Hoffnung der „Azzurri“. Nach Problemen zu Saisonbeginn, versucht der Brunecker einen Neustart. „Morgen startet der Weltcup in Toblach, praktisch vor meiner Haustür, mit den 15 km Skating. Mein Ziel ist mich bestmöglich an diesem Wettkampftag zu präsentieren. . Dadurch würde ich mir eine gute Ausgangsmöglichkeit in der Verfolgung im klassischen Stil für den Sonntag schaffen. Persönlich habe ich das Gefühl in guter Form zu sein, die Schneeunterlage ist super. Der Streckenverlauf ist sehr anspruchsvoll und ich hoffe am Ende zumindest unter die besten 20 zu sein. Das Rennen im Skating ist auf höchstem Niveau. Als Favoriten würde ich Sundby, Bolschunovw und Manificat nennen, Klæbo glaube ich, hat nicht das Zeug auch dieses Rennen zu gewinnen“.
Der Präsident des Organisationskomitee Toblach Herbert Santer, ist der Macher in Toblach, wenn es um Langlauf geht. Beginnend beim Pustertaler Ski-Marathon, über das Rennen Toblach-Cortina, bis hin zu den prestigeträchtigen Weltcuprennen, die seit 2009 in der Nordic-Arena stattfinden: „Dieses Jahr haben wir sehr großes Glück mit dem Wetter. Toblach präsentiert sich in einer herrlich winterlichen Landschaft und auch heute sind noch einige Zentimeter Schnee dazugekommen. Heute sind wir immer noch dabei alles vorzubereiten, aber dank unserer 200 freiwilligen Mitarbeiter, schaffen wir wie jedes Jahr das Unmögliche. In der nächsten Saison wird auch die Tour de Ski in Toblach Halt machen. Wir wurden mit dem Start für diese prestigeträchtige Rennserie betraut. In diesem Zusammenhang werden wir auch aufgrund des 10 Jahre Jubiläums „Langlauf-Weltcup-Rennen in Toblach“, uns auch etwas Besonderes einfallen lassen. Auf jeden Fall wird es ein Jubiläumsfest geben. Der neue Streckenverlauf „Nathalie“ ist mit Sicherheit anspruchsvoll und schwierig. Meine Tochter ist eine sehr fähige Frau, die mir in den letzten Jahren sehr zur Hand gegangen ist und mich immer unterstützt hat. Mein Dank gilt vor allem ihr und den ganzen Helfern rund herum. Wir sind eine eingeschworene Gruppe, die alles daran setzt, dass die Veranstaltung Weltklasse-Niveau hat. Der Langlaufsport macht einen Großteil des Lebens meiner Familie aus. Ich begann bereits vor 45 Jahren im OK des Pustertaler Ski-Marathon. Ein Jahr später arbeitete ich auch im Komitee des Rennens Toblach-Cortina mit. Meine Töchter Nathalie, Saskia und Stephanie haben meine Passion in die Wiege gelegt bekommen und haben auch Wettkampfleistungen auf Weltklasse-Niveau erbracht. Bei uns ist Langlauf auf der Tagesordnung und ich habe meinen Töchtern auch jeweils eine Piste gewidmet. Die Eigenschaften der jeweiligen Strecke spiegeln die Charaktereigenschaften der drei Töchter wider“.